Erzählstränge – weniger ist mehr

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    martin
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    Erzählstränge sind nebeneinander herlaufende Handlungsfäden, die im Roman beschrieben werden. Auf diese Weise kann man parallel das Erlebnis unterschiedlicher Protagonisten zum gleichen Zeitpunkt dem Leser näherbringen.

    StrangIm Beispiel rechts (Nur sieben Worte) haben wir drei Stränge:

    1. Im Hauptstrang handelt unser Protagonist Bernhard und der ist naturgemäß der meistgenutzte. Hier erfährt der Leser aus Bernhards Sicht.
    2. Den zweiten Strang belegt Margot, die Co-Protagonistin. Hier spricht Margot zum Leser.
    3. Der dritte Strang gilt dem Antagonisten im Hintergrund.

    Bei so einer klaren Situation ist alles unkompliziert und offensichtlich.

    Erzählstränge sind dafür da, die zeitlichen Überschneidungen von Handlungen zu erkennen und kontrollieren; es sind nicht zwingend gleich viel wie Perspektiven. Meistens sind die Handlungen ident mit den PoVs (Point of View, also perspektivtragenden Figur).

    Aber nehmen wir an, es handelt sich um einen Historischen Roman oder eine Familiengeschichte oder ein Fantasy-Epos über mehrere Generationen, der über 500 Jahre verteilt ist. Da haben wir es unter Umständen mit einer ganzen Menge Protagonisten zu tun (falls in Ich- oder personaler Perspektive geschrieben wird).

    Ist es hier sinnvoll, 75 Stränge zu führen, weil aus der Sicht von 15 Personen in 5 Generationen erzählt wird? Rein sachlich wäre das sicher korrekt. Aber macht es auch Sinn?

    Freilich sieht man dann alles schön in der Timeline-Matrix. Nur sollte man entweder einen Monitor von 10.000 Pixel Breite haben (plus Roll-Bürsostuhl, denn das wäre drei Mal so breit wie der derzeit breiteste Momitor) oder man halt Spalten, in denen man kaum was lesen kann oder man scrollt sich einen Wolf. Keins davon schmeckt lecker.

    Trotz den vielen Kombinationen gibt es in diesem Spektakel zusammenfassende Kriterien. Einerseits haben wir Zeiträume. Es ist also nicht nötig, pro Ära und Protagonist einen Strang zu haben Nicht einmal unbedingt pro Akteur. Das wäre nur dann nötig, wenn, wie oben erwähnt, die sich zeitlich überschneiden können.

    Ich denke also, weniger ist wieder einmal mehr, weil bestimmte Figuren ja nur in einer bestimmten Zeit handeln können. Aber am besten einfach ausprobieren, um herauszufinden, was einem am besten gefällt. Erzählstränge kann man ja sehr einfach gleichzeitig bei mehreren Szenen ändern (Menütab ‘ Szene ‘ › Sektion ‘Aktionen’ › Schaltfläche ‘Mehrer Szenen ändern’).

    Vielleicht ist es praktischer, wenn man zum Beispiel pro Volk (bei einem Fatnasy-Epos) einen Erzählstrang einrichtet.

     

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