Gedankenstrich statt Komma für Einschübe

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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von martin martin vor 1 Jahr, 8 Monate.

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  • #15844
    martin
    martin
    Keymaster
    • Beiträge: 5930
    • Käpt'n

    Bei Einschubsätzen sollte man normalerweise grübelnd innehalten: Brauch ich das? Oder geht’s auch anders? Denn Einschübe lassen sich schwerer lesen und von langen reden wir mal gar nicht, denn die sind reinrassiges Leser-Ärgern.
    Aber kurze können okay sein. Trotzdem: Immer kurz überlegen, ob sich der Einschub nicht besser als angehängter Satz macht.

    Sie holte aus und warf die Tasse, aus der sie gerade noch getrunken hatte, mit Wucht an die Wand neben Lothars Kopf.
    Hier passt es und die Kommas sind auch die richtige Wahl, denn die hineingeschobene Ausführung schmiegt sich nahtlos in den Satz.

    Es gibt aber Fälle, wo man den Leser gerne zum Innehalten bewegen und darauf hinweisen möchte, dass der Einschub eigene Beachtung verdient.

    …«, sagte er zu ihr – und, beim Leben seiner Tochter, er meinte es auch so – wobei er sie mit festem Blick ansah.
    In diesem Fall wollen wir betonen, wie wichtig ihm die Aussage ist. Der Leser soll innehalten und sich diesen Part bewusst zu Gemüte führen, er soll nicht einfach als ferner liefen untergehen (der Part).
    In diesem Fall sind zwei Gedankenstriche das bessere Stilmittel.

    Wann man welche Option verwendet ist Gefühlssache. Soll es mehr fließen? Kommas. Oh, Achtung, innehalten? Gedankenstriche.

    Zum Sachlichen:
    1. Immer vor und hinter den Gedankenstrichen ein Leerzeichen
    2. Der Gedankenstrich ist nicht zu verwechseln mit dem Trennstrich oder dem Bindestrich. Er ist ein sogenannter Halbgeviertstrich, der etwas länger ist als ein Bindestrich. Will man ihn korrekt eingeben, tippt man auf die [Alt]-Taste, hält sie gedrückt, tippt 0150 ein und lässt die [Alt]-Taste wieder los – violà. Patchwork macht das übrigens beim Veröffentlichen automatisch, man kann also getrost einen normalen Bindestrich eingeben.
    3. Wenn, wie in diesem Fall, beim schließenden Gedankenstrich ein Komma gehörte, dann wird das weggelassen – siehe Beispiel oben.

    Diskussion auf Facebook in der Gruppe Autoren- und Patchwork-Knowhow.

    #39759

    Lunatic
    Teilnehmer
    • Beiträge: 8
    • schaut mal rein

    Eine kleine Anmerkung: Das manuelle Eingeben des Gedankenstrichs mit Alt 0150 funktioniert bei mir  zumindest  in der Windows-Version 3.18 so nicht mehr.
    Ist das ein Bug oder ein Feature? Wurde darauf wegen der Bindestrichumsetzung verzichtet?

    #39763
    martin
    martin
    Keymaster
    • Beiträge: 5930
    • Käpt'n

    Hallo Lunatic,

    das hat auch vorher schon nicht funktioniert. Du brauchst es aber auch nicht, weil es für Gesamtdokument und eBook automatisch umgewandelt wird. Oder du stellst die Autokorrektur entsprechend ein.

    Liebe Grüße
    Martin

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