Moralische Bedenken bei Veröffentlichung

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Dieses Thema enthält 12 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von martin martin vor 1 Woche.

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    Frizi
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    Ich werde von meinem Umfeld derzeit als mittelschwer verrückt erklärt, weil ich zwar ein komplett fertiges Manuskript bei mir liegen habe, mich aber standhaft weigere, auch nur an eine Veröffentlichung für die breite Masse zu denken. Was mich aktiv daran hindert ist die Vorstellung, dass Dinge, die in diesem Buch beschrieben werden, verschiedenste Methodes aus dem Bereich Cybercrime, womöglich von Lesern nachgemacht werden könnten.

    Mir ist bewusst, dass diese Gefahr vermutlich bei jedem halbwegs gut recherchierten Krimi-Roman besteht. Mord und Todschlag werden seit Jahr und Tag zu Papier gebracht, veröffentlicht, cineastisch aufgearbeitet und so auf mehr als einem Kanal verbreitet. Trotzdem sind wir keine Nation des Massenmörder und Psychopathen, obwohl uns die Nachrichten sogar regelmäßig mit diesen Phänomenen konfrontieren.

    Und doch nagt dieser Gedanke an mir. Was, wenn so etwas genau so passiert, nachdem das Buch frei verfügbar erhältlich ist? Das von mir beschriebene Szenario ist so glücklicherweise noch nie eingetreten, aber ich zucke meist schon zusammen, wenn ich ähnliche Meldungen in Fachforen oder im eigenen Umfeld mitbekomme, die nie so gravierend sind, aber dem schon nahe kommen. Es geht um die Ermittlung im Falle mehrerer Cracker-Angriffe auf wichtige Infrastrukturen – Wasser, Elektrizität, BOS usw. – die mit halbwegs findigem Wissen und maximal 200€ Einsatz tatsächlich umsetzbar wären und das erschreckender Weise sogar ziemlich anonym. Und wer die Meldungen hinsichtlich der Bot-Versuchung des IoT verfolgt, ahnt, dass das nicht in die Sparte Sci-Fi gehört.

    Aus dem eigenen Umfeld gab es schon diverse Vorschläge.
    – “Schreib die Lösung dann doch so um, dass sie nicht funktioniert.”
    Ich habe Werke, welche die Realität nur ungenügend abbilden, immer gemieden. Ich bin jemand, der sich beim Filmschauen oder Lesen aufregt, wenn etwas nicht so ist, wie es sich gehört. Fantasy und Sci-Fi in gewisser Weise ausgenommen, aber etwas absichtlich falsch zu schreiben, bringe ich nicht über mich.
    Allerdings verstehe ich, seit ich selbst in dem Dilemma stecke, warum manche Formate das womöglich sogar absichtlich so handhaben. Eben um Nachahmern keine Chance zu geben.

    – “Dann lass die Beschreibung der Lösung doch weg.”
    Ich schreibe aus der Sicht der Ermittler in dem Fall. Also, nicht direkt, sie sind Teil der Abteilung für Auswertung und Statistik und gehören zu keiner Ermittlungskommission, aber ohne zu verstehen, was dahinter steht, wird die Brisanz nicht deutlich.

    Letztlich habe ich mich für einen Mittelweg entschieden. Ich werde das Buch auf eigene Kosten für meinen Bekanntenkreis drucken lassen und es nur jenen selbst in die Hand geben, von denen ich mir ziemlich sicher sind, dass sie es als nette Unterhaltungslektüre sehen. Mir fehlt einfach das Vertrauen in die Menschheit, um da weiter zu gehen. Mein nächster Roman wird aus der Sparte Sci-Fi kommen, mit viel Pseudowissenschaft, wo keinerleich Nachahmungsrisiko besteht. In erster Linie mal bekommen diesen “problematischen” Krimi meine Eltern zu Weihnachten – dafür habe ich ihn beendet.

    Aber mal meine Frage an euch: Habt ihr schon einmal selbst mit einer Veröffentlichung gehadert, weil euch die moralische Verantwortung im Weg stand? Oder bin ich mit diesem “Problem” ganz allein auf weiter Flur? :)

    #32725
    martin
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    Hallo Frizi,

    ein Aspekt, der mir immer wieder bei Krimis in den Sinn kommt: Tolle Vorlagen für Mörder und sonstige dunkle Gestalten. Es gibt übrigens die Serie Castle, wo einem Schriftsteller genau das passiert und der dadurch zu einem unterstützenden Ermittler der Polizei wird (ist übrigens nett zu sehen, mitunter fluffig und witzig).

    Es gibt aber zwei Punkte, warum ich keine Bedenken bezüglich einer Veröffentlichung hätte.

    1. Ich bin überzeugt davon, dass es keine Zufälle gibt. Kann es nicht, denn sonst bräche das gesamte Universum auf der Stelle zusammen. Es ist aber ein unvorstellbarer ›Mechanismus‹, der sich immer in einem Gleichgewicht hält.
      Wenn es aber keine Zufälle gibt, dann widerfährt auch niemandem etwas, das für ihn nicht passend ist. Ich weiß, diese Aussage kann Wochen an Diskussionen nach sich ziehen. Aber einfach mal als Gedankenanstoß.
    2. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mörder/Attentäter/Wahnsinniger genau dann von der Geschichte hört, wenn sich ihm die Gelegenheit oder das Bedürfnis ergibt, böse zu sein, halte ich für marginal bis null.

    Liebe Grüße
    Martin

    #32732

    Frizi
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    Ehrlich gesagt würde mich gerade die erste Überlegung absolut nicht aufbauen, denn wenn es keine Zufälle gibt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwischen Werk und scheinbar nachgeahmter Tat ein Zusammenhang steht, ja ziemlich groß. Also genau das, was ich befürchte ^^”

    Punkt Zwei kann ich nachvollziehen und lasse ich gerade auch bei den großen Krimi-Themen a la Mord und Totschlag gelten. Aber da muss man auch beachten, dass die Hemmschwelle allein wegen des Risikos schon unglaublich hoch liegt. Zweitens haben eher weniger Menschen Mordgelüste. Wie sieht es aber aus, wenn du ein durchaus nachvollziehbares Tatmotiv mitlieferst, das womöglich viele Leser bereits in sich tragen, und eine Tatmethode präsentierst, die ein minimales Risiko beherbergt, erwischt zu werden? Dazu noch die einmalige Gelegenheit, die Auswahl der eigenen Opfer nicht selbst treffen zu müssen, so dass die Möglichkeit besteht, dass es ja nur als “Denkzettel” geplant ist, bei dem alles Weitere als Kollateralschaden vor dem eigenen Gewissen verbucht werden kann.

    (Castle habe ich übrigens gesehen und ich mag diese Serie ;) Die Morde, die nach Vorlage der fiktiven Romane begangen werden, sind zwar bloß der Aufhänger, aber ja, stimmt, der steckte in einem ähnlichen Dilemma. Wobei wie gesagt: Abgedrehte Morde = ziemlich hohe Hemmschwelle.)

    #32734
    martin
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    Sind deine Bösetaten wenigstens einträglich? Was ist dann mit Selbermachen?

    Nein, Scherz beiseite, ich denke, bei so vielen Milliarden an Menschen ist deine Idee sicher nicht einmalig. Ob du sie nun veröffentlichst oder nicht, spielt, wenn du das morphogenetische Feld schon selbst ansprichst, dann auch keine Rolle. Wie gesagt, Zufall kann nicht sein. Wir sind alle miteinander viel zu kontrollversessen, dabei erleben wir doch eh ständig, dass genau das nicht funktioniert. Also auch nicht das Verhindern durch Nichtveröffentlichen. Wenn es sein soll, dann kommt die potenziel ausführende Person irgendwie anders auf die Idee.

    Übrigens – ein bisschen neugierig machst du mich jetzt schon :-)

    #32736
    detlev
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    Mord ist ja nicht neu. Seit Kain und Abel – sagen wir mal – gängige Praxis. Das mag sich zynisch anhören, ist aber so.

    Anschläge per Wifi, Netz oder sonst was, sind inzwischen auch gängige Praxis. Siehe Stuxnet. Was wäre gewesen, wenn die Sache anders gelaufen wäre und der halbe Iran wäre unter einer Atomwolke verschwunden? Die verantwortlichen Macher hätten sich auf die Schultern geklopft und Hurra gebrüllt. Was ist moralischer – die Atomwolke oder rechtzeitig drüber zu reden?

    Wenn man solche Kenntnisse hat, dann soll man sie veröffentlichen. Man muss ja nicht unbedingt sagen, in welchem Regal im Baumarkt man die Einzelteile findet, man sollte vielleicht das Buch irgendwie gut/optimistisch enden lassen, damit nicht in unmittelbarer Nähe von Atomkraftwerken Panik ausbricht. Aber veröffentlichen – ja.

    Im Netz findet man Informationen, wie man aus Düngemitteln Sprengstoff herstellt, Baupläne für Atomwaffen findet man. Vielleicht trägt so ein Buch auch dazu bei, dass sich einige unserer Vordenker ein paar mehr Gedanken machen. Was natürlich eine sehr optimistische Wunschvorstellung ist.

    Ich habe vor Jahren ein Buch veröffentlicht, in dem es um den Absturz eines von Terroristen gekaperten Flugzeugs ging. Der Fall ist real. Passiert ist das im September 2008 im Großraum Perm, Russland. Seitdem halten sich hartnäckig Gerüchte, die eigene Luftwaffe hätte die gekaperte Maschine abgeschossen. 86 Tote. Ich stand auch auf der Passagierliste, hatte die Maschine beim Umsteigen verpasst. Ich stand sozusagen daneben, deshalb habe ich auch das Buch geschrieben.

    Zitat aus dem Buch – Als der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck auf das Thema angesprochen wurde, hat er sinngemäß geantwortet: »Wenn ich so einen Abschussbefehl geben müsste, würde ich am nächsten Morgen zurücktreten.«

    GEBEN MÜSSTE – sagte er.

    #32738

    Frizi
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    Einträglich ^^’ … Nun, “Es geht um die Ermittlung im Falle mehrerer Cracker-Angriffe auf wichtige Infrastrukturen – Wasser, Elektrizität, BOS usw.” Mit dem Element ‘Erpressung’, dass in der Geschichte nur zur Anwendung kommt, sicherlich einträglich gestaltbar. Aber sobald Geld ins Spiel kommt, gibt es Spuren (die man auch wiederum vermeiden kann, klar, Coins usw.).

    Sicherlich ist es kein völlig einzigartiger Gedankengang und natürlich verhindert eine Nicht-Veröffentlichung nicht, dass so etwas niemals passiert. Wie gesagt, solche Fälle sind in letzter Zeit fast monatlich irgendwo zu lesen (wenn auch bloß in der “Fach”presse bzw. heise/golem u. Co) und besonders diverse Spezialisten, die immer wieder vor veralteten Systemen in internetfähigen Alltagsgeräten (Kühlschränke usw. IoT eben) warnen zeichnen da noch teils viel üblere Szenarien, die auch gut als Vorlage dienen könnten (und wer wirklich Mist bauen will, schaut sich in den Entwicklungsforen diverser häufig verwendeter OpenSource-Software um und nutzt dort ganz offen gemeldete Lücken wie damals z. B. Heartbleat und Co) – aber meist zielen diese Angriffe dann doch auf Wirtschaftsunternehmen ab und eben dem Erbeuten von Geld. Zwar kommt es z. B. auch immer mal wieder zu Angriffen auf die Infrastruktur von bspw. Hilfsorganisationen, wo keiner weiß, wo Sinn und Zweck dafür liegen, aber auch die beziehen sich meist auf die organisatorische Infrastrukur wie Mail und Co. Die kommen und gehen. Kann aber auch anders aussehen: WannaCry hat letztens allerdings, wenn ich das in der Presse richtig verfolgt habe, ja sogar ein Krankenhaus erwischt. Die Folgen realer Angriffe sind sonst also meist wirtschaftlicher Natur (wenn sie nicht staatlich koordiniert und politisch motiviert sind).

    Remote Verkehrsunfälle herbeiführen … kann mehr sein, als ein Versicherungsfall wegen Blechschadens. Wobei der Fall Stuxnet (wie von detlev erwähnt) tatsächlich schon deutlich(!) über dem Schadpotenzial liegt, welches das Buch beinhalten würde.

    Vielleicht lass ich das Ding einfach in der Schublade, bis alle diese Fälle mal real zumindest so ähnlich passiert sind oder die Anlagen entsprechend gesichert wurden, und versuche es dann mal in Richtung Veröffentlichung ;-)

    @detlev
    Du hast vollkommen Recht, was den Punkt betrifft, dass, wenn man solche Kenntnis hat, man darüber reden muss. Das ist wahr, das ist die Verantwortung die man hat. Bei 3/4 der geschilderten Fälle würde ich auch sagen “Komm, das ist inzwischen bekannt genug – welcher IT-Dienstleister damit nicht mehr rechnet, der liest es hoffentlich und kriegt den Schreck seines Lebens” und das schließt diese oben genannten Verkehrsunfälle mit ein.

    Bei 1/4 jedoch würde ich es auf den Versuch nicht ankommen lassen – da werd ich mich wohl eher an den Zuständigen für den Bereich wenden und ihm das ganz ohne fiktiven Hintergrund einmal schildern, dass man sich dazu Gedanken machen kann. Dann landet es an der Stelle, wo es hingehört. Es einfach an die breite Masse zu geben ist da ja auch wenig zielführend, hinsichtlich der Änderung des Jetztzustandes.

    Was dein Beispiel bezüglich des gekaperten Flugzeugs angeht: Da sehe ich den Unterschied darin, dass du es nach einem Vorbild geschrieben hast, das bereits so ziemlich ähnlich passiert ist.
    Trotzdem hätte mich das wohl auch ziemlich beschäftigt, wenn ich auf exakt dieser Flugliste gestanden hätte.

    #32739
    detlev
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    Wenn es so gefährlich ist, wie Du es beschreibst – es gibt anonyme elektronische Briefkästen beim BKA und auch in Zeitungsredaktionen. Die Zeit z.B. hat so was. Oder normale Post. Ich sage immer: die Postkarte ich heute die sicherste Form der Nachrichtenübermittlung. Die liest nicht mal der Briefträger.

    #32740

    Frizi
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    Wie gesagt, Stuxnet ist da deutlich schlimmer gewesen, die meisten Experten-Warnszenarien gehen drüber, es wäre mehr eine weitere Möglichkeit von vielen. Und ja, ich leite es an die entsprechenden Stellen, keine Sorge. (Hoffe allerdings, dass ich denen nix Neues erzähle und es da irgendeine geheime “Magie” gibt, die das verhindert.)

     

    Ging mir vielmehr darum, ob ich die einzige bin, die sich bisher darüber Gedanken gemacht hat. Offenbar nicht :) Da bin ich schonmal erleichtert und es ist verdammt interessant zu lesen, wie ihr damit so umgegangen seid.

    #32754
    alfredo
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    Hallo zusammen,

    ich bin gerade auf Eure Diskussion gestoßen.

    Aber hätte eine Veröffentlichung Deines Buches, Frizi, nicht auch einen gegenteiligen Effekt? Aufzeigen böser Möglichkeiten,  die wenige Menschen vielen Menschen an tun können. Wäre es  nicht auch eine Möglichkeit, ahnungslose Politiker wach zu rütteln? Zu warnen, was passieren könnte.

    Ich hatte mich schon vor erscheinen des Buches “Blackout” von Marc Elsberg gefragt, wann die  Ersten draufkommen, unser Wasser zu vergiften, den Strom abzustellen, wie darin beschrieben. Oder vom gleichen Autor “Zero”, ein Szenario in der Internetkriminalität. Mit allzu vielen moralischen Bedenken dürften wir kein Auto steuern, denn eigentlich sind wir mit dem Gefährt potenzielle Mörder.

    In jedem Krimi und Thriller (alle Bücher von Arno Strobel habe ich “verschlungen”) sind Anleitungen für Untaten zu finden. Die finden sich selbst in den Märchen der Gebr. Grimm. Ich gebe Martin´s Sichtweise vollkommen Recht.

    Bitte veröffentliche dein Buch, auch, weil du uns neugierig gemacht hast.

    Beste Grüße

    alfredo

     

    #32755
    detlev
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    Auch wenn die Vergleiche hinken  … wo wären wir, wenn es Marc Elsberg, Edward Snowden und viele andere nicht gegeben hätte? Stuxnet ist auch verdeckt veröffentlicht worden, die verantwortlichen Akteure reden immer noch nicht laut. Panama-Papers. Die Cum-Ex-Akteure würden niemals vor Gericht landen, wenn es nicht Mitwisser gäbe, die verdeckt den Mund aufmachten.

    #32756
    martin
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    Auch meine Meinung Frizi: Betrachte es nicht als Anleitung zum Bösen, sondern als Aufklärung von dem Bösen. Denn nicht nur die Schlimmen lesen es als Idee, sondern auch die Guten für Prävention oder Aufklärung.

    #32757

    Frizi
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    @alfredo

    Wenn, dann wären die Chancen/Risiken für beide Effekte gegeben, denn es käme darauf an, wer das Buch in die Finger bekommt. Und zu hoffen, dass es irgendein Politiker ist, den das interessiert oder der die Möglichkeit wittert, sich darüber profilieren zu können wäre ebenso ein Schuss ins Blaue, wie das Risiko, dass es ein skrupelloser IT-Enthusiast als Vorlage nutzen könnte ;) Man weiß es nicht, aber ja, beide Mechanismen sind denkbar. Nur hat man keinen Einfluss drauf, welcher zum Zug kommt.

    Aber ich weiß, dass ich mir ‘Zero’, ‘Blackout’ und auch “NSA – Nationales Sicherheitsamt” mal ordern und durcharbeiten werde. Das klingt, als würden die Bücher eine ganz ähnliche Thematik haben. Blackout wurde mir sogar bereits aus meinem Schreiberkreis empfohlen, mit dem ich auch schon einmal darüber debattiert hatte. Vielleicht relativiert das ja meine Bedenken ;)

    @detlev

    Als Wistleblower würd ich mich jetzt nicht sehen, denn ich persönlich mag es für risikoreich halten, aber es reicht keinesfalls, um die Bankenlobby oder die NSA gegen mich aufzubringen. Im Gegensatz zu Snowden habe ich auch nicht das Problem, dass irgendwem daran gelegen sein könnte, es zu vertuschen, weshalb eine schlichte Meldung (übrigens erledigt) da der direktere Weg ist.
    Aber mal Butter bei die Fische, bevor die Spekulationen überhand nehmen: Wir reden hier “nur” vom Lahmlegen der Notrufeinrichtungen. Wie ich sagte: Im Gegensatz zu Stuxnet harmlos und definitiv nichts, das die beschriebenen Szenarien übersteigt. Ich hab in meinen FF-Krimi-Werken auch schon beschrieben, wie Täter mittels Manipulation von Signalen den Schiffsverkehr manipuliert haben, was mir im Nachhinein Bauchschmerzen bereitet. Einfache Dinge, auf die jeder kommen kann, die garantiert bekannt sind (sonst stünden sie nicht in diversen Gesetzestexten drin), aber trotzdem bleibt dieser ungute Gedanke: “Was wenn’s der falsche liest?”

    Ich denke mal, es ist auch einfach eine Typfrage. Ich mache mir schnell viele Gedanken und ja, ich sehe auch Probleme, wo gar keine sind. Leute, die da anders gestrickt sind, haben da vermutlich weniger Hemmungen.

    @martin

    Ja, Aufklärung und Prävention … Das war sogar der Grundgedanke des Buchs. Aber was wenn dir manchmal einfach keine Idee einfällt, wie man etwas verhindern könnte? ^^”
    Da ist es mir dann lieber, das Thema noch einmal in einem Sci Fi Setting etwas abstrakter bzw. fantasiereicher zu betrachten oder gar weiter und radikaler zu denken – aber eben mit Elementen, die es in dieser Welt (noch :P) nicht gibt. Der Effekt würde derselbe sein – und ich käme mit weniger Fachbegriffen hin ;)

    #32762
    martin
    martin
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    Liebe Frizi,

    Aber was wenn dir manchmal einfach keine Idee einfällt, wie man etwas verhindern könnte?

    Braucht auch nicht, glaube ich. Wir können die Welt nicht zum Guten kontrollieren. Entweder sie schafft es in ihrer Allgemeinheit – mit unserem Mitwirken im Kleinen – oder nicht. Ich sehe das ziemlich entspannt.

    Liebe Grüße
    Martin

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