Worum geht es hier?

Hier findest du etwas, dass es bei keinem anderen Autorenprogramm gibt: Ein Forum, das Theorie (Schreibhandwerk) mit Praxis (so mache ich das im Programm) verbindet.

Wie du siehst, gibt es ein paar Kategoriern.

  • Der allgemeine Austausch ist das Café, in wir beisammensitzen und uns austauschen, was wir gern tun, besser machen können und überhaupt. Wenn du neu zur Tür hereinkommst, wäre es schön, wenn du ein bisschen von dir erzählst.
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  • Die Geschichtenwerkstatt ist ein geschützter Bereich (nur Mitglieder dieser Gruppe sehen die Texte und deren Kommentare), wo Autoren Textteile anderer Autoren kommentieren. Diese Teile sollten nicht größer als 7 Normseiten sein. Nur so ist gewährleistet, dass man genug Zeit findet, sich intensiv mit dem Text zu beschäftigen. Um Zugang zur Geschichtenwerkstatt zu bekommen, bitte eine Mail an Patchwork schicken.
  • Patchwork in der Praxis – Genrespezifisches, Abläufe, Erfahrungen, Fragen & Antworten ist der Bereich, wo es um den Austausch bezüglich
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    3. Individuelle Arbeitsweisen und Erkenntnisse, wie man ganz Besonderes (auch) lösen kann
    4. Diskussionen zu Patchwork-Videos – Vertiefung, Missverständliches klären, hinterfragen
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Über die privaten Nachrichten (hier gleich darunter) könnt ihr euch untereinander austauschen, wenn es z.B. ums Testlesen, Telefonnummern- und Mailadressenaustausch geht. Bitte nicht für Patchwork-Support verwenden, sondern lediglich zum Austausch untereinander.

Es gibt einen geschützten Bereich, in dem wir gegenseitig Geschichten kommentieren, und mehr. Dafür musst du dich freischalten lassen, wofür du uns bitte eine Mail schickst, in der du erklärst, warum du an diesem Bereich teilnehmen möchtest.

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Martin

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Kapitel 2 zu: Wie kann aus einer irren Idee eine Geschichte werden ...

Kapitel 2

Wann in eine Geschichte einsteigen

Vorwort:

Es ist kein Schreibratgeber. Es sind nur Verbesserungsvorschläge zum Schreiben, diese haben den Ursprung in meinen eigen Text- und Denkfehlern und in den gemachten - Korrekturen.

~~~~~~~~~~~

Mein heutiges Thema war ein oftmals stiefmütterlich behandelter Ansatzpunkt, wenn eine noch zu schreibende Geschichte vom Kopf heraussprang, am PW Kreativ-Board häppchenweis sich in etwas zusammenhängenderes verwandelte, so, zur Plot-Struktur weitergereicht wurde und dann begann mein Schreiben. So handhabte ich es bis vor 15 Monaten.

Im Plot sahen meine Vorarbeiten stimmig aus. Aber während des Schreibens überkam mich ein ungutes Empfinden. Diese möchte ich euch am Text aufzeigen. Es ist mein original roh Text, einer Fantasie Geschichte. Kapitel 1, erster und zweiter Absatz:

Abschnitt 1.

Ropus 12. Letzte Nacht gab es ein sehr seltenes Naturereignis, es hinterließ eine perfekte optische Täuschung. Die gaukelt dem Auge vor: Zu deinen Füßen ist keine Wüstenebene, sondern eine Eisfläche. Aus der ragen ab und zu ragen riesige Düneninseln und schroffe terrassenförmige Felswände - so hoch wie Wolkenkratzer.

Abschnitt 2.

Im Sektor 12 stakste unbeholfen eine bucklige Gestalt mit Turban und Beduinenmantel. Gleißendes Licht umgab sie. Unter ihren Stiefelsohlen knirschen, knacksen. Müdigkeit griff nach ihr. Sie döste vor sich hin, stolpert mehr als das sie vorwärtskommt. ... Urplötzlich, es sah aus; als sei sie gerade so den Sekundenschlaf entgangen, hob sie den Blick zwischen den Schritten und hielt Ausschau nach einen Ort zum Rasten. Entdeckte etwas, war sich aber unschlüssig. Wohl auch wegen der viel weiter vorn staksenden drei unscharfen Silhouetten. Hinter dem abgedunkelten Helmvisier stöhnte die Bucklige entmutigt.

Was ist daran Falsch?

Abschnitt 1: War neutral geschrieben.

Der Leser erhielt Informationen über eine Wüste. Das wäre informativ handelte es sich um ein Sachbuch.

Hingegen für eine Fantasie Geschichte ist das Setting (hier die Wüste) zweitrangig.

Was erwartet der Leser?

Leser hinterfragen (unbewusst) eifrig die dargebotenen Informationen, können sie mit diesen nichts Anfangen oder interessiert sie das nicht, verlieren sie Lust am weiterlesen.  Oder, auf mein Text bezogen: Nicht die Wüsten - Vorgeschichte Interessiert, sondern: Wem begleitet der Leser in der Wüste? Was geschieht mit mit dem Protagonisten? Was steht auf dem Spiel?

Nun machte ich folgendes, Absatz zwei tauschte ich mit Absatz eins:

Sektor 12. Eine bucklige Gestalt mit Turban und Beduinenmantel bewegt die Stiefel unsicher über hauchdünnen verglasten Wüstenboden. Urplötzlich, zwischen den Schritten, hob sich den geschlossener Helm, es sah aus als vermute sie direkt vor sich einen Abgrund. Ihre Blickrichtung weit nach vorgerichtet. Im Fokus drei unscharfen Silhouetten. Muss an denen dranbleiben. Darf nicht versagen. ...

Ergebnis: Abschnit hat keine Neutralität.

Dafür beantwortet:

  • Wem begleitet der Leser in der Wüste?
  • Was geschieht mit ihm?
  • Was steht auf dem Spiel?

Mein Schreib- und Lesegefühl signalisierte: Gute Möglichkeit zum Texteinstieg.

Warum dachte ich so?

Leser gehen davon aus, beginnend auf der ersten Seite – es ereignet sich etwas, von dem der Protagonist betroffen ist. Und das "Eingetretene" ist bereits der erste Schritt (wenn auch unbewusst) für seinen späteren Wandel. In meinem Fall die Aussage: Muss an denen dranbleiben. Das führt zum gedanklichen Hinterfragen nach dem: Worum geht es in dieser Geschichte? Was steht auf dem Spiel.

Das bedeutet mit den unbeantworteten Fragen füttern wir Leser an. Da der Leser vom ersten Satz an die Spur sehen will, die ihm tiefer ins Gefahrendickicht lockt.

Fazit: Auf mein Beispiel bezogen. So wie im vertauschten Absatz 2 - blieb es. Drei Abschnitte später bekam die Bucklige ihren Namen, sie wurde in vielen Aktionen erlebt. Die Umgebung bekam ein genaueres Aussehen-verknüpft mit den dazugehörigen Aktionen. … Sie entkam nur knapp mit den Leben davon ... und dann, während sie zusammengeflickt wurde, poppt mein eigentliches Problem auf. Die wichtigste Frage: Warum sie sich den ganzen Strapazen aussetzt, wurde in einem gaaaanz langen Rückblick, von nicht unmittelbar dabeigewesenen, an Dritte weitergegeben. Und Rums war ich in die böse "Tell" Falle getappt.

Meine Problemlösung:

Mit viel, viel, viel ... Nacharbeit. Letztendlich bekam ich so anstelle der langen Rückblende drei Kapitel. In jeden ergriff die Protagonistin aktiv das geschichtliche Zepter, musste schwere und weitreichende Entscheidungen treffen, die sie letztendlich mit etlichen Blessuren zum Zielort (Mittelpunkt) brachte, um den zu betreten bezahlte sie beinah mit ihrem Leben. Ob sich dieser Einsatz für sie lohnte oder nicht ist ein anderer Abschnitt der Geschichte –

Zusammenfassung: Es ist sehr wichtig und entscheidend wo/wann in eine Geschichte der Einstieg erfolgt. Der Einstieg darf nicht neutral sein. Auf der ersten Seite muss etwas mit den Protagonisten geschehen oder mit seinem Umfeld geschehen, das sich unmittelbar auf ihm auswirkt.

~~~~~~~~~~

Wie ich zukünftig solche "Tell" Fallen verhindern werde, beschreibe ich in einen der nächsten Kapitel.

Bis ganz bald und gehabt euch wohl -

Admelo

Hallo Admelo,

stimme dir völlig zu, dass der Einstieg in die Geschichte wichtig ist. Und er muss absolut nicht vorne beginnen. In den letzten Büchern habe ich für mich die 6er-Technik er(ge)funden:

  1. Einstieg an einem interessanten Punkt, an dem die Geschichte schon eine ganze Weile fortgeschritten ist - ein Kapitel.
  2. In Airport Madrid etwa bin ich dann exakt ein Jahr zurückgesprungen zum tatsächlichen Ausgang der Geschichte. Bei Lachsspringen war es ähnlich, aber kein Jahr.
  3. Schließlich lange ich nach einem Jahr wieder bei demselben Punkt an und ...
  4. ... es geht genau dort weiter bis zum Ende.

Den Punkt kann man sich aussuchen, dort wo es spannend oder sonstwie interessant ist. Nicht zu kurz, also unbedingt ein ganzes Kapitel. Ende sinnigerweise mit einem Cliffhanger, der erst in Phase 3 aufgelöst wird.

Seltsam, dass ich das noch in keinem Ratgeber gelesen habe.

Liebe Grüße
Martin

 

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