Worum geht es hier?

Hier findest du etwas, dass es bei keinem anderen Autorenprogramm gibt: Ein Forum, das Theorie (Schreibhandwerk) mit Praxis (so mache ich das im Programm) verbindet.

Wie du siehst, gibt es ein paar Kategoriern.

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Über die privaten Nachrichten (hier gleich darunter) könnt ihr euch untereinander austauschen, wenn es z.B. ums Testlesen, Telefonnummern- und Mailadressenaustausch geht. Bitte nicht für Patchwork-Support verwenden, sondern lediglich zum Austausch untereinander.

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Martin

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Wie handhabt ihr es, eure Werke zu Überarbeiten?

Es gibt ja bereits verschiedenen Varianten, einen Roman zu erstellen. Genau so viele Varianten wird es auch geben, den Rohtext zu überarbeiten.

Mich würde interessieren, wie ihr das macht.

PW hat ja die einzelnen Bearbeitungsstufen. Doch mich würde auch interessieren, ob ihr die Erstschrift ohne jegliche Korrekturhilfen schreibt. Wann ihr mit einer Überarbeitung beginnt und in dem Zusammenhang ist vielleicht auch wichtig, ob ihr vorher alles durchgeplottet habt, oder ob ihr eher , wie Ilona so schön sagte, ein Bauchplotter seid.

Wenn ich Texte schreibe, auch bereits in der Erstschrift, habe ich immer in der Stilanalyse den Lesbarkeitsindex auf Stufe drei an. Ist die Szene fertig, schaue ich dann auch über Wortwiederholung und Füllwörter, allerdings fällt es mir dann schon schwerer, das sofort anzuwenden, zu sehr bin ich noch in der Geschichte selbst.

Nun steht der Rohtext.

Druckt ihr das dann aus und überarbeitet?

Macht ihr das nur in PW? Gibt es Tricks, die ihr anwendet?

Ich bin gespannt, denn PW hat so viele Möglichkeiten, ich kenn noch nicht mal die Hälfte davon.

 

Lieben Gruß Yvonne

Hallo Yvonne,

Hm, – also sobald mein Rohentwurf fertig ist, beginne ich mit der Erstschrift. Ab da; handhabe ich es so, dass ich am nächsten Tag immer zuerst das geschriebene vom Vortag nochmals sorgfältig durchlese. Veränderungen einfüge und soweit ich Grammatik-/Rechschreibblindflug einen Fehler entdecke wird der ausgemerzt.

Bin ich mit der Erstschrift fertig, lasse ich ihn für mindestens 4 Monate in der virtuellen Schublade ruhen. Bei meinen in der Geschichtenwerkstatt unter den Arbeitstitel: Die Valpas Schmiede, eingestellten Text – dauerte die Reifung, wie ich es nenne, 8 Monate. (Zwischenzeitlich hatte ich einen anderen 3-Teiler geplottet und die Skizze dazu beendet. Diesen lasse ich noch 2 Monate reifen.)
Den zeitlichen Abstand brauche ich, um eine gewisse Distanz oder Neutralität zu meinen Geschichten zu erhalten. Nebeneffekt, (dann in der 1. Überarbeitungsphase), ich komme mir stets wie ein unbedachter Leser vor, der diese Geschichte das erste Mal ließt.

Nunmehr ist Band1 von: Valpas Schmiede, in der ersten Überarbeitungsstufe. Stilprüfung ... in PW erfolgt gerade. Danach drucke ich Kapitel für Kapitel aus. Korrigiere den Text.

Balabolka mit Hedda liest ihn danach vor.

Überarbeitungsstuffe 2 wird folgen. ...

Bi denne

Admelo

 

 

Hey Yvonne,

für die Erstschrift habe ich selbst bisher gar nichts angemacht, einfach nur schreiben. Denn in diesem Zustand zählt der Flow. Alles erst bei der Überarbeitung.

Allerdings gibt es ja die Logik nach Dwight Swain mit den Auslöse- und Folgeszenen. Die sollte man - wenn schon - beim Schreiben selbst anwenden. Da gibt es ja auf der Szenenebene Auslöse- und Folgeszenen und dann innerhalb einer Szene die MRUs. Wird alles beschrieben, wenn man dieses Feature aktiviert: Menütab ' Szene ' › Sektion 'Typ' › Schaltfläche 'Auslöse-/Folgeszenen + MRUs › Szenen als Auslöse- oder Folgeszene kennzeichnen und absatzweise MRUs zuweisen'.

Wobei Auslöse-/Folgeszene genau betrachtet zum Feinplot gehört.

 

Die Überarbeitung ist sinnvoll in mehreren Stufen:

  • Stilprüfung, Lesbarkeitsindex und Wortwiederholungen. Ich persönlich bin kein großer Fan dieser Features, ich höre (sehe), wenn ich den Text konzentriert durchlese, wo es klemmt. Ich denke, das ist ein bisschen Übung und Sprachgefühl, das man im Lauf der Zeit erwirbt. Muss jeder so halten, wie er meint. Stattdessen verwende ich lieber zum Durchlesen den
  • Puristischen Modus, wobei mir die völlig andere Optik wichtig erscheint: dunkler Hintergrund, Courier New als Schrift und auch größer als im Schreibfenster. Sprich: Optimaler Kontrast zum normalen Text. Auf diese Weise erscheint mir der Text völlig ›neu‹ und ich sehe eine Menge, die ich sonst überlesen habe
  • Szenencheck. Ist ein recht mächtiges Tool, ganz praktisch, weil du damit eine Checkliste für die wichtigen Sachen hast, auf die es ankommt.
  • Und schließlich den Text vorlesen lassen. Dafür habe ich mir ein Stimmenpaar von IVONA zugelegt, den Hans und die Marlene - je nach Text. Die standardmäßige Hedda ist halt schon ziemlich Konserve. Aber unbedingt besser, als diesen Schritt auszulassen!

Liebe Grüße
Martin

Hochgeladene Dateien:
  • pur.png

Hallo @admelo 

Bei Tess habe ich eine Szene nach der anderen geschrieben. Die nächste konnte ich erst weiter schreiben, wenn ich mit der vorigen zufrieden war. Da hab ich es ähnlich gemacht, wie du. Allerdings Wortdoppelungen und ähnliches, da hab ich noch nicht so darauf geachtet. Eher, ob mir die Formulierungen gefallen oder ob die Szene das wieder gab, was ich mir vorstellte.

Als ich fertig war, hab ich es Ausgedruckt und bei Seite gelegt. Nach einem Monat hab ich es durchgelesen und mir Notizen gemacht, wo ich meinte, da fehlt noch was. Das hab ich dann in PW als ToDos eingegeben.

und nun müsste ich anfangen, das zu überarbeiten und irgendwie hab ich angst, wenn ich jetzt da drin rum schreib, würde ich mehr kaputt machen. Irgendwie hab ich Respekt vor meinem eigenen geschriebenen. Vielleicht weil es mein erstes Werk ist?

 

@martin

Ja den Puristischen Modus nutze ich auch und auch das Vorlesen.

Beim schreiben hab ich in der Stilanalyse immer den Lesbarkeitsindex an. meist schreib ich automatisch so, dass es grün ist. Aber selbst rosa stört mich nicht, wenn es sich durch umstellen nicht ändert, mein bauch mir aber sagt, es klingt okay. Nur wenn es rot ist, schreibe ich so lange um, bis es rosa oder noch besser, grün wird.

Das mit dem Szene Typ hatte ich noch gar nicht entdeckt … werde ich beim Thriller versuchen, intensiv mit zu nutzen. Für Tess nicht, die ist so ein Bauchroman, da hab ich irgendwie das Gefühl, ich mach das kaputt, wenn ich nach einem Schema arbeite. Das muss irgendwie aus sich selbst heraus richtig werden. Denke ich.

Vielleicht deswegen auch der Respekt vor dem Projekt.

Respekt sollte man nicht haben, nur Liebe. :) Und natürlich hat man Probleme damit, das, was man liebt, zu beurteilen und zu überarbeiten. Ich finde, das Vorlesenlassen hilft dabei sehr. Das mache ich jeden Tag mit dem, was ich am Vortag geschrieben habe. Dabei fallen mir schon viele Sachen auf.

Damals bei meinem ersten Buch habe ich es auch noch ausgedruckt und auf Papier korrigiert, aber das mache ich jetzt nicht mehr. Ich stelle mir eine Vergrößerung von 200 Prozent oder mehr ein, da sehe ich Fehler besser. Ich ändere den Hintergrund, die Farbe, die Schriftart, lese es in eine andere Vorlage ein, stelle auf den Webseitenmodus um oder was mir eben gerade nützt. Es ist ganz richtig, was @martin sagt: Es ist erstaunlich, was man alles sieht, wenn man nur die Darstellung ändert. Das kann ich auf Papier nicht, deshalb finde ich da den Computer jetzt um Klassen besser als jeden Ausdruck.

Bei den Analysen in Patchwork habe ich festgestellt, dass mir das mit den Wortwiederholungen nicht viel bringt, der Lesbarkeitsindex auch nicht. Wortwiederholungen zu eliminieren macht einen Text nur besser, wenn man so schlecht schreibt, dass man sich dauernd wiederholt, wenn man einen zu geringen Wortschatz hat, um es anders zu formulieren (wobei man da ja auch den Thesaurus zu Rate ziehen kann) und wenn man einen Stil hat, der das zulässt. Hat man einen etwas ausgefeilteren Stil, kommen Wortwiederholungen nur noch selten vor oder nur noch dann, wenn ich als Autorin das beabsichtigt habe, um etwas zu betonen.

Der Lesbarkeitsindex ist so eine Sache. Hat man eine sehr "verschwurbelte" Sprache, kann das vielleicht helfen. Auch wenn man immer furchtbar viele Schachtelsätze macht. Wenn man verständlich schreibt und ein bisschen so schreibt, wie man spricht, nur auf die Schriftsprache angepasst, sollte der Lesbarkeitsindex immer in Ordnung sein. Wenn man den Lesbarkeitsindex als Kriterium nimmt, nimmt man sich auch sehr viel an Kreativität, denn der kann ja nicht wirklich die Qualität des Geschriebenen messen. Das kann keine Formel. Da zählt immer der Gesamteindruck.

Was wirklich eine Hilfe ist, ist die Sache mit den Szenen. Wenn man das Buch schon geschrieben hat und die Szenenanalyse dann nutzt, wird man sich manchmal sehr wundern, was bei der Analyse herauskommt. :) Denn was ist, wenn man nur Auslöserszenen, aber keine Folgeszenen hat? Oder umgekehrt nur Folgeszenen ohne Auslöser? Wenn man einen Überhang der einen oder anderen Seite hat? Das sollte sich ja eigentlich die Waage halten. Und da kann man viel lernen, finde ich.

Allerdings führt das dann manchmal auch zu Kill your darlings, was sehr schmerzhaft sein kann. Wenn die Geschichte dadurch jedoch an Logik und Spannungsbogen und Charaktergestaltung/-entwicklung gewinnt, freut man sich am Schluss doch. Und manchmal kann man die Darlings ja auch in einem anderen Buch verwenden.

Was man auf jeden Fall bei einer Überarbeitung haben sollte, ist genug Abstand zu seinem Werk. Wenn man an jedem einzelnen Wort hängt, wird das sehr schwierig. Da wäre vielleicht das Engagieren eines professionellen Lektors sinnvoll. Der hat nämlich keinen Respekt, sondern sieht das ganz objektiv.

 

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